Die Glocken der Evangelischen Kirche in Friedrichsdorf

Gebetsglocke (mit betenden Händen)
Das Geläut in der Evang. Kirche Friedrichsdorf hat eine wechselvolle Geschichte. Zum Bau der Kirche hatte die Evang. Kirchengemeinde Eberbach im Jahr 1896 zwei Glocken gestiftet. Sie überstanden den ersten Weltkrieg unbeschadet.
Im zweiten Weltkrieg wurde die größere Glocke von der „Reichsstelle für Metall, Kreishandwerkschaft Heidelberg“ im Januar 1942 abgeholt, blieb aber von der Einschmelzung verschont und rief ab August 1947 zusammen mit der kleineren wieder zum Gottesdienst.
Im Mai 1959 sprang die kleinere Glocke und wurde unbrauchbar. Die größere wurde daraufhin an die politische Gemeinde Friedrichsdorf für die Friedhofskapelle verkauft.
Bei der Firma Bachert wurden zwei neue Glocken bestellt und im Mai 1960 probegeläutet. Sie sind auf die Töne „gis“ und „h“ gestimmt.  
 
 
Christusglocke (mit Christussymbol XR und Alpha und Omega)
 
Schwierig gestaltet sich das Läuten mit der Hand. Das Glockenprüfungsamt urteilte: „Die erste Glocke muß sehr kurz gezogen werden. Es gehört viel Geschick dazu, sie zu gleichmäßigem, doppelseitigem Anschlag zu bringen. Die zweite Glocke ist überhaupt nicht in eine Gleichmäßigkeit zu zwingen. Die Veranlagung des Geläutes ist gut, der Zusammenklang sauber, die Tragfähigkeit befriedigend, aber das Läuten ist ein unerträgliches Gebimmel.“
Nachdem die Fehler behoben waren zeigte sich ein weiteres Problem: „Weiterhin muß man, um an die Glocken heranzukommen, Ziegel ausbauen und über das Dach unter Lebensgefahr in das Türmchen turnen, was nur einem kleingewachsenen Turner möglich ist.“ Eine bauliche Änderung des Türmchens wurde empfohlen.
 
 
Wort- und Sakramentsglocke (mit Bibel und Abendmahlskelch mit Hostie)
Nach elf Jahren war es soweit. Mit dem neuen Turm wurde eine moderne elektrische Läuteanlage eingebaut und zugleich eine dritte Glocke bestellt. Diese war auf die Tonlage „cis“ gestimmt und wurde am 18. März 1973 von Pfarrer Klug eingeweiht. Sie hat ein Gewicht von 105 kg und trägt als Symbol für „Wort und Sakrament“ – so ihr Name – eine Bibel und einen Abendmahlskelch als Verzierung.
 
 
 
 
aus: Gemeindebrief August / September 2020
- Ekkehard Leytz / aus Quelle: Christa Haas, Die Kirchen von Friedrichsdorf, 2008 -